Warum ich esse, was ich esse

Erst vor ein paar Wochen habe ich über meine Ernährungsweise berichtet. Nun thematisiert Alexandra in ihrer Blogparade die persönliche Ernährungsform. Ich möchte hier gerne einmal aufzeigen, wie ich mich zum Clean Eater entwickelt habe.

Die Grundlage

Für mich hat das Essen, das es bei meinen Eltern gab, sicherlich einen Grundstein gelegt. Meine Eltern legen großen Wert auf gutes Essen. Gutes Essen definierte sich so: französische Küche trifft Gutbürgerlich. Meine Mutter und auch mein Vater sind exzellente Köche, die uns als Kindern Gerichte wie Ratatouille, Sukiyaki, Zür’cher Kalbsgeschnetzeltes, Boeuf Bourguignon usw servierten. Sie legen bis heute einen großen Wert auf eine sehr gute Qualität der Lebensmittel, gerade was Fleisch und Gemüse angeht. Wir hatten schon damals eine offene Küche, daher habe ich immer mitbekommen, wie Gerichte zubereitet werden – ich war immer mittendrin. Fertigessen gab es bei uns so gut wie nie, vielleicht mal eine Pizza, aber das war es auch.

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Mein Weg über Geschmacksverstärker

Meine erste bewusste Auseinandersetzung mit Ernährung kam mit dem Auftritt eines Ernährungswissenschaftlers im Fernsehen vor vielen Jahren. Udo Pollmer – ein grandioser Wissenschaftler, der von dem Phänomen der Erdbeerjoghurts erzählte. Und das erste Mal dachte ich über Geschmacksverstärker nach und über der Konditionierung durch die Lebensmittelindustrie auf künstliche Aromen etc. Ich kaufte mir sein Buch „Prost Mahlzeit“, das ich bis heute liebe. Er polarisiert mit seinen oft provokanten Aussagen zu Ernährungs-Trends. Alles, was er sagt unterschreibe ich nicht so, aber ich mag das Mutige.

Hin zum Beleuchten von Lebensmitteln

Als ich schwanger wurde, setzte ich mich sehr bewusst mit allem auseinander, was ich aß und kaufte. Ich las viel bei Ökotest – ich hatte eine recht intensive Phase mit dieser Zeitschrift / Plattform. So lernte ich viele Zusatzstoffe in Lebensmitteln kennen, die einfach nicht drin sein müssen und für den Körper nicht gut sind.

Wie ich hier schon mehrfach erwähnt habe, war das größte Wachrütteln für mich die Filme „Food, Inc.“ und „Fast Food Nation“. Direkt danach las ich das Buch von Karen Duve „Anständig essen“. Die Filme und das Buch weckten in mir ein Bewusstsein, dass ich meinen Weg in Bezug auf Ernährung und Lebensmittel selbst definieren musste. Das war so gar nicht schwer und in wenigen Minuten hatte ich meine Ernährungsprinzipien erfasst und lebe seit einigen Jahren danach.

Die Bilder in den Filmen haben mich schockiert, ich bin da ganz ehrlich. Die Ställe, in denen Hühner gehalten werden, auch wenn es Bodenhaltung ist, das ist für mich ein Albtraum. Total verdreckt, tote Tiere, massiver Antibiotika-Einsatz. Genauso die Fleischverarbeitung in Großschlachthöfen – für mich ein Graus – auch hier bakterielle Verunreinigung, der mit Desinfektionsmitteln begegnet wird. Das hat für mich nichts mit Genuss zu tun.

Viele Nahrungsmittelallergien grenzen mich etwas ein, aber ich komme trotzdem gut zurecht mit dem folgenden:

wertige Fette
wenig Fleisch (von lokalen Bauern oder Bio)
Gemüse und Obst (auch Bio, ich habe eine Bio-Kiste abonniert)
wenige bis keine Zusatzstoffe in der Nahrung
keine Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe
keine Milch

Und dann hörte ich von Clean Eating

Vor einem halben Jahr lag ich im Krankenhaus und hatte viel Zeit für Pinterest und stieß dort auf den Ausdruck Clean Eating. Zu Hause recherchierte ich mehr dazu und fand heraus, dass es fast genau dem entspricht, wie ich mich ohnehin ernähre bzw für meine Familie koche. Ich habe mir das Buch von Tosca Reno „Eat Clean Diet“ gekauft, um tiefer in die Materie einzusteigen. Generell lese ich sehr gerne Bücher zu Ernährung und natürlich auch Kochbücher. Nach der Lektüre ersetzte ich weißes Mehl durch Vollkornmehl und ließ Zucker bzw Zuckerhaltiges so gut wie weg.

Generell

Clean Eating ist eine für mich logische Entwicklung gewesen. Wenn wir essen gehen, versuche ich meine Ernährungsform zu berücksichtigen, zu 100% gelingt es oft nicht. Das ist aber ok, auch Ausnahmen müssen möglich sein. Auch wenn ich eingeladen bin, esse ich das, was angeboten wird.

Die Umsetzbarkeit dieses Ernährungsprinzips halte ich für einfach. Vieles mache ich selbst, aber ich kaufe auch Lebensmittel ganz normal im Supermarkt. So zum Beispiel Käse, ich schaue halt immer, dass das Produkt, das ich kaufen möchte, möglichst wenig Zutaten bzw Zusätze hat. Viele definieren da eine Zahl, die ist 5 – also mehr als 5 Zutaten gilt als stark verarbeitet. Dabei muss man differenzieren, bei einem Käse ist 5 Zutaten viel, für eine Kräutermischung nicht.

Und zum Schluß

Jeder soll sich so ernähren, wie er möchte. Niemals würde ich jemanden bekehren und davon überzeugen wollen, dass er sich (in meinen Augen) nicht gut ernährt. Ich missioniere keinen.

Habt ihr Prinzipien, nach denen ihr euch ernährt? Mich würde interessieren, wie ihr dazu gekommen seid?


 

  1. Danke für deinen Beitrag.
    Wie sehr ich mit deiner Einstellung zum Essen und deiner Ernährungsweise konform gehe, weißt du ja sicherlich mittlerweile. 😉

    Antworten

    1. Ja, das weiß ich Alexandra 🙂 Ich schreibe sehr gerne zu dem Thema Ernährung. Es hat Spaß gemacht. Wenn du noch mal ein Ernährungs-Thema hast, ich mache gerne mit.

      Liebe Grüße, Bee

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  2. Hallo Bee,
    ein sehr interessanter Beitrag. Ich befasse mich mit der Thematik Ernährung ja auch schon eine Weile. Hab echt mal eine lange Zeit sehr auf das geachtet, was ich zu mir nehme. Und möglichst auch auf Zucker und weißes Mehl verzichtet. Obwohl es ja kein Verzicht sondern ein Gewinn ist. Süßstoff oder Geschmacksverstärker standen auch auf meiner nogo-Liste.

    Ich kann ja seit gut einem Jahr meinen Sport nicht mehr ausüben. Bin täglich geradelt. Das und weniger Bewegung schlägt sich zwangsläufig auch ein bissel aufs Gewicht. Es gibt noch einen Faktor, den ich aber nicht beeinflussen kann.

    Das Clean-Eating steht also bei mir oben auf der Liste. Ich will etwas machen. Vielleicht mache ich das sogar zum Thema im Blog. 😉 Mal sehen.
    Lieben Gruß Hans

    Antworten

    1. Hallo Hans,

      ich habe früher nicht sonderlich auf das geachtet, was ich esse. Da bin ich ganz ehrlich. Doch mit den Jahren kommt das Bewusstsein…

      Toll, dass du dich ebenfalls für Clean Eating interessierst. Ich möchte hier auf keinen Fall meine anderen Posts dazu pushen, aber ich habe mehrfach schon dazu geschrieben. In diesen Posts sind auch Links, die wirklich einen guten Einstieg erlauben. Du kannst mich jederzeit dazu fragen. Ich kann mich aufgrund einer Erkrankung übrigens auch nicht viel bewegen.

      Wenn du Clean Eating auch in deinem Blog aufgreifen möchtest, würde ich mich SEHR freuen.

      Liebe Grüße, Bee

      Antworten

  3. Hallo Bee,
    die anderen Beiträge werde ich mir gerne noch ansehen, so ich sie nicht schon gelesen habe. Habe eben schon überlegt, wie ich über die Blogparade von Alexandra da einen Einstiegsbogen spannen kann. Hm. Ich bin dann mal überlegen…. 😉
    HG Hans

    Antworten

    1. Das freut mich wirklich, Hans. Wenn ich dir Fragen beantworten kann, bitte nicht zögern!

      Herzliche Grüße, Bee

      Antworten

  4. ich finde es bewundernswert, wenn man die konsequenz hat, ideologisches essen mit job und leben unter den hut zu bringen. mir geht es so, wenn ich am wochenende daheim bin, koche ich immer und mache das meiste selbst, weil es auch einfach besser schmeckt. aber unter der woche ist es schwer, es gibt hier im prinzip nichts und zum vorkochen fehlt einfach die zeit, da ich dafür sozusagen mein sozialleben aufgeben müsste. ich verscuhe demnach drauf zu achten wo es möglich ist, ohne dass es für das tägliche leben zu viele einschränkungen gibt.

    Antworten

    1. Liebe Paleica,

      ich empfinde es gar nicht als so konsequent, da ich mich dahin entwickelt habe. Ich muss gestehen, dass die Wochentage mich vor eine Heausforderung stellen. Wie soll ich arbeiten und dann zum Mittagessen eine wertige Mahlzeit zubereitet haben? Mittags machen wir jetzt Snacks, Smoothies oder Vollkornbrot und abends koche ich dann ein Gericht. Das klappt ganz gut 🙂 Es gibt auch Tage, da schaffe ich es auch nicht abends zu kochen, da vibt es auch schon mal eine Pizza, aber sehr selten. Ich koche meist größere Mengen und friere mir dann etwas ein.

      Liebe Grüße, Bee

      Antworten

  5. Eine sehr vorbildliche und lobenswerte Haltung zum Thema Ernährung. Ich bewundere Dich dafür. Ein Thema mit dem man sich beschäftigen muss. Leider wird es viel zu oft ignoriert… Ich muss mich da leider an der eigenen Nase packen. Umso schöner das jetzt eine liebe Bloggerin sich dem Thema angenommen hat und mich zurück auf den Boden holt 😉 Danke dafür!!

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    1. Das richtige Interesse kam mit der Zeit, auch ich habe mich nicht immer so wertvoll ernährt. Als ich allein lebte zum Beispiel, da hatte ich keine Lust für mich zu kochen. Seit ich Mutter bin hat sich meine Sichtweise in Bezug auf Lebensmittel geändert.

      Es ist ja kein Muss. Ein bisschen Bewusstsein reicht ja und irgendwann kommt damit dann auch der Umschwung in der Küche 🙂 Der Kopf muss klick machen…

      Liebe Grüße, Bee

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  6. Hallo Bee,
    danke für deinen Beitrag. Ich selbst versuche mich auch so clean wie möglich zu ernähren. Das bedeutet bei mir keine Zusatzstoffe, Fertigprodukte schon gar nicht, kein Zucker, viel Obst/Gemüse und gesunde Fette. Zudem versuche ich so viel bio wie möglich zu kaufen (bzw. wie der Geldbeutel hergibt). Fleisch esse ich zum Beispiel nur in Bioqualität, weswegen es selten Fleisch gibt.
    Aber ab und zu darf es auch mal guten Gewissens ein Stück Schokolade sein 😉
    Liebe Grüße
    Lisa

    Antworten

    1. Hallo Lisa,

      momentan hat meine Tochter so ein bisschen ein Problem mit dem Clean Eating. Da ist es manchmal schwer etwas für alle zu kochen. Generell habe ich so viele neue Gerichte gefunden, was anfangs nicht so war. Der Anfang war nicht so einfach 🙂

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Liebe Grüße, Bee

      Antworten

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