Viele, viele Körner-Brot

Mit einem Rezept starte ich zu Ostern wieder durch auf meinem Blog. Wobei es mehr als nur ein Rezept ist… eher selten berichte ich auf meinem Blog über meine Familie, also über meine Tochter oder meinen Mann. Aber das kernige Brot habe ich für meinen Mann gebacken. Vor einem guten Jahr wurde bei ihm Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Es hat mich nicht völlig überrascht, aber wenn man sehr hohe Langzeitblutzuckerwerte schwarzweiß auf dem Papier sieht, dann sitzt das erst einmal – es war ein kleiner Schock.

Uff – die Diagnose Diabetes Typ 2

Leider muss ich sagen, hat die Hausärztin in Bezug auf eine gute Aufklärung enttäuscht – zwischenzeitlich haben wir daher beide den Arzt gewechselt. So waren wir mit der Diagnose mehr oder weniger auf uns gestellt, in meiner Familie gibt es keine Diabetes, daher war ich diesbezüglich nicht gut informiert.

Wir haben nach Literatur gesucht und ich bin auf Bettis Buch „Happy Carb“ gestoßen – was für ein unglaublicher Glücksgriff, ich habe das Buch sofort bestellt und nach einem halben Tag durchgelesen. Danach war mein Mann dran, wir haben dann – nachdem wir beide gelesen hatten – die Fakten besprochen, einen Schlachtplan entworfen inklusive neuer Lebensmittel. Vorher war das Frühstück ein individuell zusammengestelltes Müsli aus mehreren Arten Haferflocken, Apfel oder Banane und Milch. Das ist eigentlich die größte Umstellung gewesen, das Frühstück.

Eine große Umstellung

Die Happy Carb Ernährung war (und ist manchmal immer noch) eine echte Umgewöhnung für meinen Mann. Im Prinzip geht es ganz grob um die Reduktion von Kohlenhydraten (KH). Auch im Englischen bekannt als Low Carb Ernährung, Betti umschreibt dies positiv behaftet als Happy Carb. Sollte jemand meiner Leser Diabetiker sein – JA, ich habe es schon oft gehört, die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt diese Ernährung nicht bei Diabetes. Wer jedoch betroffen ist, bitte lest Bettis Buch, es ist vom Prinzip einleuchtend und das Lesen macht Spaß, weil sie eine so nette, sympathische Art hat zu schreiben.

Mein neuester Buch-Zuwachs ist ebenfalls ein Buch zum Thema Ernährung, es behandelt den „Low Carb, High Fat“ Ansatz. Wen es interessiert, es ist das Buch von Dr Mark Hyman mit dem Titel „Iss Fett, werde schlank“. Wobei der Titel nicht so ganz zutrifft, es geht nicht nur ums Abnehmen, sondern genauso um Diabetes und Herzerkrankungen. Und hier fand ich auch viele der Thesen und Forschungsergebnisse über die Betti schreibt wieder.

Nur so am Rande: Eine ketogene Ernährung (ganz, ganz wenige Kohlenhydrate und viel Fett) finde ich bedenklich, das heißt, dass man die Zufuhr an Kohlenhydraten derart runterschraubt, dass der der Körper Ketone produziert. Ich möchte nicht allzu sehr drauf eingehen, mir ist es zu extrem, wie gesagt.

Das Körner- und Saatenbrot

Mein Mann vermisst ab und an ein leckeres Brot und auch Kartoffeln, ansonsten läuft es sehr gut seit der Ernährungsumstellung. Nach einem guten Jahr sind seine Langzeitzuckerwerte top, er nimmt nur noch eine Tablette und diese wird er bald absetzen können. Ein wahnsinniger Erfolg, ich bin so stolz auf ihn, das ist eine super Leistung.

Mich begeistert vieles rundum das Thema Ernährung ungemein und total motiviert habe ich ein „Brot“ auf einem Blog gefunden, dass nur wenige KH hat und einfach herzustellen ist. Nicht nur für Diabetiker und Low Carb Anhänger, sondern für jeden der gerne vollwertig ist. Es ist herzhaft, körnig und macht sehr satt, da kein Mehl zum Einsatz kommt, sondern Körner, Nüsse und Ölsaaten.

Ganz einfach hergestellt

Wirklich ganz einfach, versprochen. Man braucht eine kleine Kastenform, die man mit Backpapier auslegt.

Den 500 Gramm Nüssen und Saaten werden die Eier, verquirlt mit Salz und Olivenöl zugeführt und alles gut vermischt, dafür reicht eine Gabel oder ein Löffel. Die Masse ist recht flüssig und erinnert nicht an einen Brotteig, man füllt es in die kleine Kastenform und gibt es in den vorgeheizten Backofen (Umluft) bei 160 Grad. Unser Brot war eine Stunde im Backofen.

Mit einem solchen Laib kommt man schon einige Tage hin, wenn wir alle 3 davon essen. Die Scheiben haben wir recht dünn geschnitten, denn wie schon erwähnt, es ist mächtig und hat viele Kalorien. Es bröselt nur ganz schön, gerade wenn man es dünn schneiden möchte. Durch das Abkühlen festigt sich alles, also erst abkühlen lassen und dann schneiden und genießen. Mir schmeckt es sehr gut, eine dünne Scheibe mit etwas Käse, wirklich lecker.


 

  1. hut ab für euch, dass ihr diese ernährungsumstellung so durchgezogen habt. hut ab auch für deinen mann, dass er es geschafft hat, diese werte durch die ernährung zu erreichen. darauf kann er – und könnt ihr – wirklich stolz sein.

    ich als kohlenhydratejunkie würde bei so einer aufgabe vermutlich den ganzen tag weinen. das brot sieht dennoch sehr lecker aus.

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    1. Liebe Paleica,

      das ist hart, auf jeden Fall. Wobei er nicht kohlenhydratfrei lebt, er hat sich eine Grenze gesetzt, wieviele KH er zu sich nimmt. Ich bin ganz ehrlich, es ist schwierig Hauptgerichte zu kochen, die nur wenige KH haben, wenn man abwechslungsreich kochen möchte. Wir alle können ziemlich gut mit dem stark reduzierten Zuckergehalt leben, aber Kartoffeln oder Nudeln, das ist schon eine Herausforderung. Momentan sind wir dabei, dass es einmal pro Woche ein Gericht mit Nudeln/ Kartoffeln/ Reis gibt.

      Liebe Grüße, Bee

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      1. wow, das ist immer noch super wenig. aber ich finde es ehrlich auch großartig, dass ihr einander da so unterstützt. das macht die sache sicherilch etwas erträglicher für ihn.

      2. Oh ja, er tendiert manchmal den Pfad zu verlassen, was ich so verstehen kann. Süßes ist so gut wie nicht möglich, dazu kaum Kohlenhydrate. Viele nutzen Zuckeraustausschstoffe, geht für mich gar nicht. Warme Gerichte kann ich zwischenzeitlich sehr gut für alle mit wenigen KH zubereiten, das Abendessen ist die Herausforderung. Man wächst an seinen Aufgaben 😉

      3. Die warme Mahlzeit besteht häufig aus Gemüse, in Kombination mit Fisch oder Fleisch oder sehr gerne Gemüseeintöpfe oder -suppen. Einmal pro Woche gönnen wir uns einen Nudeltag, wobei die Nudeln dann mengenmäßig nicht im Vordergrund stehen. Neulich gab es Feta im Ofen mit Tomaten (siehe Instagram) oder Caesars Salad (nicht warm, ich weiß :). Wir mögen Gemüse sehr gerne, daher ist das kein Problem für alle. Neulich hatten meine Tochter und ich Lust auf Wraps mit Hähnchenbrustfilet, das essen wir beiden dann mit Wrap und mein Mann ohne. Es war und ist eine Umgewöhnung, weil man halt viel mit Kartoffeln, Nudeln oder Reis macht. Ich bin immer auf der Suche nach Rezepten, wobei ich chemische Keulen wie Süßstoffe nicht einsetze.

        Immer spannend, und das wichtigste ist, dass es funktioniert und seine Werte gut sind

  2. Gratuliere euch!

    Ich arbeite gerade auch an meiner Ernährung – aber nur, weil ich wieder fit und leichter werden will. Aber bei mir wird es eher Richtung Clean Eating gehen, weil ich auch keine bekannten Krankheiten habe, gegen die ich kämpfen muss.

    Ernährt ihr euch nun alle so oder musst du ab und zu quasi zwei Gerichte kochen?

    Liebe Grüße

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    1. Vielen Dank, Tabea. Ich versuche meistens für alle ein Gericht zu kochen, manchmal gelingt es nicht, aber häufig. Es ist nicht einfach, ganz ehrlich.

      Toll, Clean Eating, das praktiziere ich seit Jahren, eine gesunde Ernährungsform, gerade in Hinblick auf den Verzicht stark verarbeiteter Lebensmittel. Ich kann sehr gut mit kaum Zucker auskommen, manchmal habe ich Lust auf etwas Süßes, das gönne ich mir dann auch. Clean Eating schärft das Bewusstsein, ich habe sehr viel zum Thema Ernährung gelesen und finde deine Entscheidung sehr gut. Bei Fragen dazu stehe ich dir gerne zur Verfügung. Ich habe hier einige Posts zu Ernährung und auch Clean Eating 😀

      Herzliche Grüße, Bee

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  3. Toll, das ihr die Ernährungsumstellung so durchgezogen habt. Es gibt tatsächlich für alles so tolle Alternativen. Ich muss das Brot auch bald mal wieder backen. So einfach und lecker! ♥

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    1. Absolut, Steffi. Ich habe mich so gefreut als ich dein Rezept gefunden habe, wirklich einfach und lecker. Es ist schwierig alle unter einen Hut zu bekommen, meistens gelingt es, gerade abends haben wir manchmal ein Problem. Hauptsache gesund, das steht im Vordergrund. Die Natur bietet viele Möglichkeiten, ich stehe sehr zu Heilkräutern etc. Gerade bin ich dabei mich zu Mineralstoffen intensiv zu informieren, alles rundum Ernährung fasziniert mich.

      Herzlichen Dank für deinen Kommentar <3

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  4. Das sieht ja mal richtig lecker aus!
    Ich hatte als Kind ziemlich schlimm Neurodermitis und weiß daher, wie hart so eine Ernährungsumstellung ist. Aber auch, was sie bewirken kann.
    Und wie viel Disziplin auch die Familie braucht. Respekt!

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    1. Neurodermitis bei Kindern ist oft allergiegebunden, das war bei meiner Tochter auch so. Zum Glück kann man mit der Ernährung wirklich viel machen, wobei Ernährungsallergien echt fies sind. Wie du schon sagst, viel Disziplin gehört dazu.

      Herzliche Grüße, Bee

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