Licht offenbart das Wesentliche

Überbelichtung. Etwas, das man als übender Fotograf so ganz nebenbei erlebt, wenn man manuell fotografiert. Gerade draußen bei Tageslicht passiert es ganz schnell, man sieht dann fast nur noch Weiss. Eine zu offene Blende oder die ISO steht vielleicht noch von den letzten Aufnahmen indoor auf hohe Empfindlichkeit und schwupp ist es passiert, man hat überbelichtet.

Es wird hell

Nicht selten gefallen mir diese Unfälle. Man erkennt schemenhaft noch das Motiv. Das driftet auch ins Abstrakte, aber auch ins Puristische. Das Thema Abstrakt hatten wir ja erst neulich, auch da war mein erstes Bild eine Überbelichtung, ich war total begeistert – gewischt und überbelichtet.

Schemenhaft ist schön, anfangs spielte ich mit Weißflächen und wenig Kontrast, nachher nahm ich bewusst auch Farbiges rein. Das Wesentliche ist die Form, der Umriss, eine Silhouette – zumindest in meinen Augen. Alle Bilder sind mit einer offenen Blende entstanden und bei ISO 12800 rauscht es auch schon mal ein bisschen.

Auf dem Blog der Lichtbildwerkerin bin ich bei den Playdates gelandet, die sie mit einer anderen Fotografin veranstaltet. Diese Aufgabe V dreht sich um das Reduzieren auf das Wesentliche, technisch ist fast alles erlaubt, besonders die Überbelichtung hat mich dabei sofort angesprochen und auch motiviert mitzumachen.

Und ich ziehe mit der Aufgabe los

Bei mir kommen die Inspirationen oft wenn ich schon losgelegt und erste Bilder gemacht habe. Mir kommt dann eine Idee und die nächste, ich brauche daher immer ein bisschen Zeit, weil ich Schwierigkeiten habe aufzuhören, wenn ich erst mal im Flow bin. Diesen Prozess liebe ich, Kreativität im Fluss. Kennt ihr das, wenn man einfach nicht mehr stoppen kann?

Ich habe die Bilder über Wochen gemacht und immer wieder ist ein Bild dazugekommen, dafür aber auch schon mal eins aus der Galerie geflogen. Ein sehr schöner Weg, gerade weil ich viel Zeit dafür hatte.


 

  1. Die Ergebnisse sind toll, sie sehen fast aus wie Zeichnungen, bei denen ja ebenso das Wesentliche einer Szenerie, eines Gegenstands oder eines Menschen herausgearbeitet wird. Gefällt mir sehr gut!

    LG, Conny

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    1. Das freut mich wirklich sehr, Conny. Das Thema hat mich absolut begeistert und die allerersten Aufnahmen habe ich verworfen und bin dann nachher schon kontrastiger geworden. Gerade das gefiel mir, es wirkt teils wie gemalt bzw gezeichnet. Eine sehr schöne Aufgabe, die mir richtig Spaß gemacht hat. Bei eurer nächsten Runde bin ich vielleicht wieder dabei 🙂

      Liebe Grüße, Bee

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  2. überbelichtung ist wirklich ein ziemlich cooles tool und deine bilder sind toll gelungen. eine super idee. die steckdosen und die wasserflasche mag ich dabei am liebsten. ich sollte mich wieder mehr mit solchen dingen spielen… aber im moment ist grade nicht so die motivation da…

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    1. Die Flasche und die Steckdosen sind auch meine Favoriten. Überbelichtung hat mir echt Spaß gemacht und mich über Wochen angetrieben Bilder zu machen, eine wahre Inspirationsquelle. Freut mich, dass es dir auch gefällt 🙂

      Ist etwas nicht in Ordnung bei dir? Oder hast du momentan viel um die Ohren?

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      1. das ist schön 🙂 es gibt sooovieles, mit dem man sich in der fotografie spielen kann. ich sollte mal anfangen alles aufzuschreiben, ich vergesse immer die bandbreite an möglichkeiten. überbelichtung, glaskugel, doppelbelichtung, danbo, freelensing, etc. pp.

        ich hab einerseits grad einiges um die ohren, andererseits war der winter heuer aber so fotografisch aktiv, dass meine kreativität grad ein wenig brach liegt. das ist bei mir aber immer so. als wir den schnee und den frost hatten konnte ich die kamera kaum aus der hand legen – nach solchen phasen brauche ich dann meist irgendwie ruhe. ein bisschen komisch irgendwie, aber so ist es.

      2. Das geht mir auch so, wenn ich viel fotografiert habe, kommt eine Phase, wo ich mich sammeln muss. In erster Linie wegen der Kreativität, das funktioniert bei mir nicht auf Knopfdruck. Ich hatte neulich erst eine solche Phase, ich stand kreativ komplett neben mir. Nicht wirklich inspiriert, das liegt aber auch manchmal am stressigen Alltag, werden die Bilder nichts. Wahrscheinlich ein ganz normaler Prozess 🙂 und die Auszeit sollte man sich nehmen

      3. ja, das denke ich auch 🙂 ich kenne diese phasen schon, deswegen denk ich mir da auch nix dabei, weil ich weiß, dass es auch wieder kommt. ich hab einfach sooo viele entwürfe in den blogs, dass mir schon die übersicht fehlt und ich muss da einfach mal ein bisschen abbauen denk ich, dass wieder die lust nach was neuem kommt.

      4. Es wird bestimmt mit schönem Frühlingswetter eine kleine Inspiration kommen. Hier ist es gerade so grau, da fehlt mir auch die Lust aufs Fotografieren.

        Ich nehme an deinen Mottos teil und an unserem Projekt, das reicht mir, denn sind es Aufgaben, die schwer sind, dann gerate ich unter Druck. Und das macht mich nicht kreativer 😉

        Meine Entwürfe gehe ich auch ab und zu durch, ich habe neulich mal 10 gelöscht. Mal ein bisschen Platz schaffen für Neues

      5. das kann ich mir gut vorstellen. druck ist nicht unbedingt die beste situation für sprühende kreativität. aber grade die magischen mottos sollten das nicht bewirken. also widme dich ruhig eurem karten-projekt und wenn dann noch für die MM was übrig bleibt, ist es super. bloß kein stress deswegen 🙂

      6. Das ist lieb von dir. Ich habe zwei ganz unterschiedliche Ansätze bzw Ideen. Wobei ich für unser Projekt noch nicht mal angefangen habe – und es ist übermorgen ET. Mal sehen, oh ich das noch hinkriege. Aus mir sprudelt es gerade nicht so vor Ideen 😉

  3. Die Flasche und die Steckdosen haben es mir auch angetan. Aber auch .die Schreibtischlampe, die sich so durchs Bild „schlängelt“.

    Bei den Steckdosen ist es besonders klasse, wenn man das Bild als einziges auf dem Bildschirm groß anzeigen lässt – der weiße HG verläuft in das HG-Weiß des Blogs und so sieht es aus als wären die Steckdosen im Bildschirm angebracht. Müsst ihr echt mal machen – wenn da nicht noch Menü und Info stehen würde – es wäre absolut perfekt. Das ist ein geniales HG-Bild für den Desktop 🙂

    Deine Umsetzung des Themas mit der Überbelichtung ist Dir super gelungen. Gefällt mir sehr gut!

    LG, Birgit

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    1. Das freut mich wirklich, Birgit, vielen Dank. Man entwickelt eine Serie und ich bin man dann manchmal unsicher, ob ich damit auch den Kern der Aufgabe treffe. Die Steckdose war mein letztes Bild dazu und ich bin davon auch fasziniert, so richtig minimalistisch. Überbelichtung ist ein tolles Stilmittel, bewusst habe ich es das erste Mal eingesetzt, ich mag daran, dass es entfremdet. Ich wollte nicht einfach nur Rätselraten im Weiß-Raum, sondern ein Objekt in Szene setzen 🙂

      Herzliche Grüße, Bee

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  4. Ganial! Ich bin ja ein ganz großer High Key Fan. Allein das Bild mit der Steckdose bestätigt mich in dem Denken. Wirklich toll gemacht und absolut inspirierend!!

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    1. Herzlichen Dank, Markus. Die Steckdose und die Champagner-Flasche sind auch meine Favoriten. Das hat mir super viel Spaß gemacht, ein wirklich spannendes Thema. Werde ich auch nochmals einsetzen, ich hatte wirklich viele Ideen dazu. Auch eine High Key Currywurst 😉

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  5. Coole Idee bzw. coole Unfälle 😉 Ich mag den Knoblauch sehr gerne. Wirkt wie ein sitzender entgegengestreckter Popo (hi hi). Sehr hübsch und abstrakt.

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    1. Danke, Christina. Genau, der Knoblauch, bei dem wollte ich exakt diese Rundung in den Vordergrund stellen. Schön, dass das gelungen ist 🙂 ein echt tolles Thema.

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  6. Hach – das mit der Überbelichtung kenne ich nur zu gut… gerade in meinem ersten Spiegelreflex-Jahr habe ich oft nicht daran gedacht, die Einstellungen zu überprüfen und dann haufenweise Fotos draußen mit den Indoor-Einstellungen geknipst, bis mir mein Fehler durch Zufall aufgefallen ist, wenn ich mal ein Bild auf die Schärfe überprüfen wollte zwischendurch… Immerhin bin ich da inzwischen deutlich vorsichtiger und achte immer ERST auf die Einstellung und drücke dann ab 🙂 Seitdem gibt es höchstens unterbelichtete Fotos, weil sich das manchmal besser bearbeiten lässt, finde ich.

    Deine kreative Sicht der Überbelichtungen finde ich irgendwie interessant… als Reduzierung auf das Wesentliche habe ich das einfach noch nie gesehen. Irgendwie hast du aber wohl doch recht – und dunklen Gegenstände wirken dadurch auf deinen Bildern sehr künstlerisch. Aber die hellen Bereiche, die strengen mich doch an – weil ich etwas erkennen möchte, aber nicht „sehe“, was da abgebildt ist.

    Den Flow liebe ich ebenfalls! Wie könnte es auch anders sein? Leider passiert mir das doch eher selten beim Fotografieren – dafür aber umso öfter, wenn ich Blogposts tippe 😉

    Liebe Grüße

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    1. Ich habe eine ganze Zeit mit Halbautomatik fotografiert, da passiert einem das nicht. Aber sobald man manuell unterwegs ist, ist es schon mal weiß auf dem Display der Kamera. Zwischenzeitlich nehme ich so gut wie gar nicht mehr die Halbautomatik, dafür muss ich jedes gemachte Bild anschauen, denn so richtig versiert bin ich noch nicht.

      Du suchst etwas in dem weissen Bereich der Bilder, schwierig. Für mich hat es keinen ablenkenden Effekt, denn dass man sucht ist das Gegenteil von der Reduzierung auf das Wesentliche. Da ich nur überbelichtet habe und sonst nicht viel bearbeitet habe, ist nicht viel mehr zu sehen, wenn es dunkler wäre. Man würde mehr Wand erkennen. Das einzige Bild, wo wirklich noch was im Hintergrund zu erahnen wäre ist die Flasche 🙂

      In Motiven kann ich mich richtig verlieren und noch ein Bild machen und noch eins. Beim Schreiben habe ich das manchmal, aber nicht immer. Wenn ich über Ernährung schreibe, muss ich mich zügeln, da könnte ich weit ausholen. Dann habe ich Angst, dass es langweilt, weil ich zu sehr abdrifte. Ja, du hast Recht deine Blogtipps sind wirklich umfangreich (übrigens vielen Dank für die Erwähnung), ich lese sie gerne, denn du hast so viele Themen dabei.

      Herzliche Grüße und vielen Dank 🙂

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  7. Immer wieder mal hake ich mich für das Thema Überbelichtung und viel Weiß im Foto ab, aber wenn ich das hier sehe, bekomme ich Lust, da doch noch mal weiter zu probieren…. wirklich toll!!!

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    1. Es war mein erster richtiger Versuch mit Überbelichtung. Vielen Dank, liebe Heidi, dass es dir gut gefällt 🙂 Ich habe beim Fotografieren gemerkt, dass ich gar nicht so an die Grenze dessen gehen möchte, dass man das Motiv nur noch erahnen kann. Ich wollte schon ein eindeutiges Motiv. So spannend für mich, konnte kaum aufhören

      Liebe Grüße, Bee

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  8. Hallo Bee,
    wie schön, dass Du Dich von den Playdates hast einfangen lassen! Und ich bin immer ganz begeistert, wie anders andere sehen und fotografieren!
    Tolle Umsetzung!!
    Liebe Grüße
    Katrin

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    1. Hallo Katrin,

      Vielen Dank für die lieben Worte, ich werde bei den nächsten Playdates wieder reinschauen 🙂 Die Überbelichtung habe ich durch euch für mich entdeckt. Es hat unglaublich Spaß gemacht, schön an eurem „Spiel“ ist auch der Zeitrahmen, der lässt Raum für Kreativität.

      Liebe Grüße, Bee

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