Fragen und Antworten

Wunderbar! Vor gut 2 Wochen habe ich euch meine Lieblingsbilder gezeigt und versucht mit eurer Hilfe Gemeinsamkeiten zu finden.

Nun sagt Kapitel 02: Stell dir bessere Fragen zu deinen Bildern! Gerne, ich stelle mir zu jedem Bild 12 Fragen, wobei David DuChemin auch sagt, dass man eventuell nicht alle Fragen beantworten kann. Ich beantworte nur die Fragen, zu denen ich etwas zu sagen habe, ich denke, das macht Sinn.

Los gehts mit der Tulpe

Ich gehe zeitlich vor, vom ältesten Bild hin zum neuesten. Den Start macht also die verwelkte Tulpe (leider unscharf), 11.02.2016

Der Gedanke dieses Bildes ist: Das ist eigentlich etwas für den Biomüll, aber trotzdem noch so schön. Die Farben spielen hier eine große Rolle, weil die Blüten schon ziemlich verwelkt sind, haben sie dunkle, trockene Ränder und wirken leicht metallisch innen. Würde ich den Zoom verändern, naja? Näher dran, käme das verwelkte vielleicht nicht ganz so heraus, weiter weg, wären es wahrscheinlich einfach nur verwelkte Blumen.

Die Blende war f/1.8, ich denke, dass die Blende eine gute Wahl war um eine Unschärfe zu erzeugen und einen scharfen Ausschnitt zu definieren. Die Frage nach den Linien im Bild kann ich nicht wirklich beantworten, sind die Blätter die Linien, ich gehe mal davon aus? Dieses Bild habe ich auf Instagram gepostet und muss sagen, das ein Quadrat die Aussage des Bildes positiv unterstützt. Die Linien führen zum Zentrum des Bildes dem Stempel.

Das Licht unterstützt das optische Zentrum und führt das Auge, die Schatten geben dem Bild eine Dynamik, auch wenn sie nur dezent sind. Da es ein Makro ist, ist die Räumlichkeit nicht ganz so gegeben. Es gibt sich wiederholende Elemente im Bild (einige verwelkte Blätter), die Unschärfe schafft da einen schönen Effekt.

Düsseldorfer Medienhafen

Dieses Bild entstand für die 12 Magischen Mottos am 17.02.2016. Es war so kalt und die Sicht ganz klar, ich erinnere mich sehr gut.

Ich war zu dem Zeitpunkt noch nie am Medienhafen gewesen, bin immer dran vorbeigefahren und der Anblick hat mich einfach erfreut, es hat keine Aussage außer – schöne Gebäude, blauer Himmel. Die Farben geben dem Bild das Dynamische, es steckt Abwechslung drin. Ich glaube, dass ich vielleicht mit weniger Brennweite (hier 50mm) noch mehr Skyline hätte einfangen können.

Und wieder die Linien, ich glaube sie lenken den Blick aus dem Bild heraus, weniger Brennweite wäre hier wirklich besser gewesen. Mehr Räumlichkeit, ja, aber geht ein solches Bild mit mehr Räumlichkeit? Die sich wiederholenden Elemente machen das Bild aus, es ist eine Häuserreihe. Gestalterisch bzw vom Bildaufbau ist das Bild sicherlich verbesserungsbedürftig.

Herzhafte Muffins

Food-Fotografie liebe ich, die herzhaften Muffins waren ein Beitrag für Brunch-Rezepte aus dem Ofen, 27.03.2016.

Klar, der Gedanke zu dem Bild ist: LECKER, ich will da reinbeißen. Bei Food spielen die Farben eine große Rolle, es weckt den Appetit, und die rote Tomate ist ein Hingucker, genauso der goldig-braune Teig der Muffins. Der Schärfepunkt auf der Tomate ist in meinen Augen passend, eine Unschärfe nach hinten verstärkt den Fokuspunkt. Das Küchentuch gehört unbedingt zu dem Kontext des Bildes, es suggeriert gerade aus dem Ofen gekommen, frisch und darf nicht fehlen.

Das Licht ist zu einem auf dem fokussierten Muffin, aber es gibt auch einen hellen Bereich, der durchaus das Auge von dem Muffin weglenkt, das Küchenhandtuch. Da es sich um ein Blech mit Muffins handelt, wiederholen sich die Elemente, es ist sogar sehr rhythmisch. Dafür ist der Abstand und der Ausschnitt gut gewählt.

Kapkörbchen Makro

Hätte ich nur ein Bild hier benennen dürfen, wäre dieses Makro mein absoluter Liebling. Meine Leidenschaft für Makros wurden mit diesem Bild geweckt. Fasziniert von einer Blume aus dem Garten, 17.04.2016.

Die Bedeutung des Bildes ist für mich: Guck genau hin, nah dran sieht es ganz anders aus, faszinierend. Natürlich steht und fällt ein Blumenmakro mit den Farben, Kontraste die durch helle/dunkle Farben entstehen, Farbverläufe – einfach nur schön. Auch hier ist die Blende f/1.8, da ich bewusst einen kleinen Schärfebereich schaffen wollte. Eine Blende über f/2.5 hätte das Bild in meinen Augen schon sehr verändert.

Die Linien sind in diesem Bild klar in die Mitte bzw den Fokus führend. Ein Quadrat bzw eine Bildgröße von 1:1 hätte hier auch gut gepasst. Das Licht sitzt gut im Fokusbereich, die hellen Blüten rechts am Bildrand lenken vielleicht ein bisschen ab, aber dadurch, dass sie unscharf sind, denke ich eher nicht. Das Bild hat Tiefe, auf jeden Fall. Sich wiederholende Elemente gibt es zweifach, die Blütenblätter und die Samenbeutelchen.

Rosa Blümchen aus der Gruga

In der Gruga zeigte mir Birgit letztes Jahr, wie man Blümchen fotografiert, nichts mehr dem Zufall überlassen. Ein sehr schöner Vormittag, an dem ich sehr viel gelernt habe, am 27.05.2016.

Auch hier geht darum kleine Blümchen ganz nah zu sehen, die Liebe zum Detail, genaues Hingucken. Wie auch schon oben, Farben sind sehr wichtig, davon lebt ein Blumenbild. Aufgenommen mit f/4.0 und 55mm und einer Raynoxlinse. Hätte ich die Blende verkleinert, wäre der Makroeffekt nicht mehr so deutlich. Sicherlich hätte dem Bild ein Hauch mehr Abstand gut getan, so wäre die Blume komplett zu sehen. Die kleinen unterschiedlichen, aber auch wiederkehrenden Elemente machen diese Blume zu einem kleine Kunstwerk.

Immer wieder stolpere ich über die Linien, sind diese kleinen Antennen genug Linie? Alles in allem sicherlich ein schönes Bild, das man aber auch besser in Szene hätte setzen können.

Raketenstation und Kunst

Mit meinem Vater war ich in Neuss, auf der Museumsinsel Hombroich und der danebenliegenden Raketenstation. Bilder, die ich sehr liebe, sind hier entstanden, 13.07.2016

Moderne Architektur, klare Linien und Grenzen, das Aufeinandertreffen unterschiedlichen Materials, das war der Reiz dieses Motivs. Das ist ein s/w-Bild, daher spielen die Farben nur indirekt eine Rolle. Mir gefällt der gewählte Ausschnitt sehr gut. Die Symbiose der beiden Komponenten ist gut ersichtlich, da sie ineinander fließen.

Wie schön, hier sehe ich auch die Linien klar und deutlich. Der rechte Bereich des Bildes liegt im Schatten, allerdings nicht so, dass alles dunkel ist. Räumlichkeit ist in diesem Bild vorhanden. Sich wiederholende Elemente sind zum einen die Stahlstreben links, die dazu noch einen klaren, verstärkenden Schatten werfen. Rechts wiederholen sich die kleinen Löcher im Beton. Ein sehr rhythmisches Bild.

Die minimalistische Steckdose

Das PlaydateV bei Conny und Katrin hatte mich thematisch unglaublich angesprochen und ich habe bei dem Fotografieren dieser Aufgabe einen Weg für mich erkennen können, eine absolut inspirierende Aufgabe. 06.03.2017

Der Aufgabe entsprechend wollte ich Minimalismus ausdrücken, eine Reduzierung auf das Wesentliche. Farben spielen bei diesem Bild keine Rolle, abgesehen von dem harten Kontrast zwischen dem Weiß und dem Schwarz. Unwichtiges kann ich wohl kaum herausnehmen.

In diesem Bild gibt es keine führenden Linien, es ist ein Frontalaufnahme. Hochformat ist ein sehr gut gewähltes Format, ein Quadrat hätte auch funktioniert, aber hochformates unterstützt die Aussage in meinen Augen besser. Die sich wiederholenden Elemente sind die Umrandungen der beiden Steckdosen, die feinen Quadrate sind in dem Bild sehr wichtig, es wirkt trotz der feinen Linie.

Resümee

Das war eine Menge, ich hoffe es war nicht zu langweilig. Vielleicht lag ich manchmal mit meiner Einschätzung daneben, gerade was Linien angeht bin ich oft unsicher, das habe ich gemerkt. Und bei den letzten beiden Bilder, fiel mir die Analyse schon viel einfacher als ganz am Anfang. Mein Auge ist definitiv geschulter.

Hier geht es zu Birgit und den Fragen, die sie sich zu ihren Lieblingsbildern gemacht hat. Das Bild/Icon führt dich zu ihrem Beitrag.

 

 

 


Zum Workshop 03 mache ich keinen extra Post, denn…

…wir fotografieren nicht, sondern lesen. Kapital 03 sieht vor, das Handbuch zur Kamera zur lesen. Ich bin ganz ehrlich, ich habe es überflogen, nur den Schnelleinstieg genutzt. Asche auf mein Haupt!

Also lese ich jetzt das ganze Handbuch mit dem Ziel: Raus aus der Halbautomatik, hin zum Manuellen. Ich bin zwar seit ein paar Monaten schon manuell unterwegs, aber ich kenne noch lange nicht alle Funktionen meiner Canon Eos 750D.

Hier der Link zu Birgit, auch sie wird lesen, obwohl ich mir kaum vorstellen kann, dass sie das Handbuch nicht kennt 😉

 

 

 

Wir melden uns wieder in 2 Wochen mit der nächsten Aufgabe, die es in sich hat. Es geht jetzt ans Eingemachte.


 

  1. Liebe Bee, ich fand es sehr spannend, deine Antworten zu lesen, auch wenn ich die zunächst nur schwer folgen konnte, da ich die Fragen ja nicht kenne. Birgits Post werde ich morgen lesen, wenn mir im Matheunterricht zu langweilig wird 😉
    Gerade deinen Bildaufbau und die Wahl des Formates bewundere ich immer – damit habe ich selbst oft Probleme. Besonders, was du über das Handtuch im Food-Bild gesagt hast, war für mit interessant. Falls ich demnächst was wie frisch aus dem Ofen wirken lassen will, werde ich sicher auf diese Requisite zurückkommen und an dich denken!

    Mein Handbuch habe ich gelesen, aber nicht allzu gründlich. Vieles hatte ich sicher schon vergessen, als der Akku endlich geladen war und ich selbst ausprobieren konnte.
    Manuell fotografiere ich schon seit ich die Kamera habe – weil ich vorher so genervt war, dass die alte Digitalkamera nur Motivprogramme hatte. Wenn man sich dran gewöhnt hat, ist es gar nicht mehr schwer 🙂

    Liebe Grüße

    Antworten

    1. Liebe Tabea,

      Food ist ein wunderschönes Thema, aber manchmal auch sehr zeitaufwändig zu fotografieren, dazu muss man planen, weil Requisiten hier so wichtig sind. Ich kann dir das Video von Andrew Scrivani sehr empfehlen.

      Das Handbuch habe ich überflogen und ich bin jetzt an einem Punkt, da will ich mehr wissen, als das was ich beherrsche. Mit Programm-Automatik fotografiere ich nie, ich habe jedoch den AV Modus gerne genutzt, du gibst die Blende vor und die Kamera definiert dazu eine Belichtungszeit. Seit ca 3-4 Monaten fotografiere ich komplett manuell, ich bestimme alle Parameter. Was sicherlich nichts für den schnellen Schuss ist, aber man wird sicherer und souveräner 🙂

      Liebe Grüße, Bee

      Antworten

  2. ich finde es immer super zu sehen, welche gedanken sich der fotograf über seine bilder gemacht hat. ich muss ja sagen, dass ich in den meisten fällen viel intuitiver fotografiere und wohl erst nachher sagen kann, was mein gefühl mich da einstellen hat lassen. in jedem fall macht es sich sicherlich sinn, sich seinen bildern aus diesem blickwinkel zu nähern.

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    1. Ich muss mich outen, ich mache mir beim Fotografieren Gedanken um den Ausschnitt, den ich wähle und ob ich mit einer Verlaufsschärfe arbeite, alles andere ist nicht geplant. Meine Food-Bilder sind geplant, ausgerichtet und genau in Szene gesetzt, alles andere auch eher intuitiv. Wobei ich lernen musste nicht mittig zu setzen, das Auge liest ein Bild wohl anders. Man lernt ja immer dazu. Früher habe ich gerne auch schon mal was abgeschnitten vom Motiv, das versuche ich zu vermeiden, aber erst letzte Woche ist es wieder passiert bei einem Blümchen…

      Antworten

      1. das mit dem abschneiden ist total ärgerlich, das passiert mir auch immer wieder. ist übrigens auch ein schönes „don’t“, das man in manchen ausnahmefällen dann wieder bewusst einsetzen kann 🙂

      2. Das passiert mir gerade bei Makros, ich bin dann so vertieft, dass ich nicht merke, wenn ich dann das Motiv abschneide. Am Bildschirm ärgere ich mich dann. Ich hab da einiges für deine Mottos 😀

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