Ernährung – immer was Neues?

Unerwartet ist meine Kosmetikerin diejenige, die mir immer ganz beiläufig die neuesten Trends in Bezug auf Ernährung mit auf den Weg gibt. Sie hat mir als erste von dem Vegan-Trend berichtet und mich auch auf grüne Smoothies aufmerksam gemacht.

Vor einigen Jahren sah ich den Film „Food, Inc.“ wirklich zufällig. Es war schon spät, ich wollte eigentlich ins Bett gehen, doch ich konnte einfach nicht aufhören zu gucken. Total wach und sehr beschäftigt mit den Themen Tierhaltung in der konventionellen Viehzucht, Bio, Getreideanbau…. ging ich zu Bett. Ich machte mir wirklich Sorgen, ob ich Fleisch noch essen konnte. Sagte mir aber, dass wir in Deutschland leben und dass die Umstände der Tierhaltung hier sicherlich viel besser wären. Aber wie der Teufel so will, es waren ein oder 2 Tage nach dem Film und da kamen in den Nachrichten genau die Bilder, die ich im Film gesehen hatte, aber es war bei uns in Deutschland, nicht in den USA.

Ich muss hier ganz ehrlich sagen, ich habe Bedenken, was die bakterielle Verunreinigung des Fleisches angeht, was den massiven Einsatz von Antibiotika angeht.

 

Also stieg ich auch noch literarisch in das Thema ein. Das Buch von Karen Duve „Anständig essen“ habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen. Sie beschreibt sehr undogmatisch die Ernährungsformen von Bio bis Frutarier, die sie im Eigenversuch 1 Jahr lang ausprobiert hat. Das Buch hält dazu an, seine Ernährung zu finden. Wie gesagt, nicht mit erhobenem Zeigefinger und sehr informativ. Ich hatte für mich einen guten Weg gefunden, wertiges Obst und Gemüse, keine Milch, Fleisch nur Bio und weniger als vorher…

Doch dann gibt es immer wieder neue Trends, die meisten kommen aus dem Bereich der Diäten. Glyx, Metabolic Balance, Vegan, Grüne Smoothies, Paleo… Mich verwirrt das alles. Jeder Ansatz hat eine gesundheitliche These, die mir als das non-plus-ultra verkauft wird. Hier herauszufinden, was wirklich Sinn macht und wissenschaftlich fundiert ist, ist ganz schön schwer.

Ich bleibe bei meinem Weg, auch wenn mich die neuen Trends schon interessieren, aber manches scheitert einfach z.B. Paleo an zuviel Fleisch, Vegan an nichts Tierischem. Ich bin immer offen Neues zu testen. Leider habe ich viele Nahrungsmittelallergien und einen sehr empfindlichen Magen, die Ernährung darf nicht nur theoretisch toll aussehen, sondern auch für mich umsetzbar sein und ganz wichtig: es muss mir schmecken. Ich bin ein Genussmensch.

Guten Appetit!

Bildquelle: Tiberius Film


 

  1. Für mich ist jede Ernährungsform richtig und falsch zugleich. Ich finde, sobald eine Industrie dahinter steht wird auch ein „Veganismus“ falsch. Hach, ich sollte auch mal meine Gedanken darüber niederschreiben 😀

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  2. Hallo Christiane,
    das ist ja auch eine echt schwierige Angelegenheit, jeder hat andere Kriterien, die für einen wichtig sind. Daher ist mein Post natürlich ganz subjektiv. Ich freue mich, dass es dir ähnlich geht…
    Liebe Grüße, Bee

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  3. Food, Inc. hab ich selbst noch nicht gesehen, aber es wurde mir schon öfter empfohlen. Es ist halt nur schade, dass sich nur die Leute solche Dokus ansehen, die sich sowieso schon mit ihrer Ernährung auseinandersetzen… :/ Es ist nicht einfach mit der Ernährung!

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  4. Ich bin durch Zufall drauf gestoßen und dieser Film hat meine Sicht auf das Thema Ernährung wirklich verändert. Aber richtig, generell interessiere ich mich für gesundes Essen. Dieses Thema definiert ja auch jeder anders für sich selbst.
    Danke für deine guten Kommis : )

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  5. Schwieriges Thema. Ich finde es schon mal gut, dass du dir überhaupt Gedanken machst, daran scheitert es nämlich schon bei vielem, und du achtest wenigstens draus und hast schon ein paar Konsequenzen für dich gezogen – wenig Fleisch und das net aus der Billigtheke, keine Milch, ist doch schon mal ein Weg. Ich denke wenn jeder sich überhaupt mit dem Thema auseinandersetzt und das nicht mit einer „Ist mir egal“-Haltung tut, sondern für sich ein paar Dinge umstellt, ist schon viel getan, müssen ja nicht alle Veganer werden, nicht mal alle Vegetarier. Ich bin zwar den Schritt vom Wenigfleischesser zum Vegetarier neulich gegangen, aber erwarte das nicht von anderen, freue mich aber über jeden, der sich mit dem Thema ernsthaft auseinander setzt – und das machst du ja 🙂

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  6. Ja, Claudia. Ich habe viele Freunde, die sich für die Qualität ihres Essens gar nicht interessieren. Was mich auch stört, ist die Einstellung, dass alles möglichst billig sein soll. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema möchte man einfach umgehen. Warum – ich weiß es nicht. Vegetarisch schaffe ich (noch) nicht, esse aber keinen fleischhaltigen Aufschnitt…. mal gucken wohin mich der Weg führt.
    Danke für deinen ausführlichen Kommentar.
    Liebe Grüße, Bee

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  7. Liebe Bee,

    das ist ein schöner Beitrag. Wie schon geschrieben wurde, sehe ich es auch so, dass keine Ernährungsform richtig oder falsch ist. Ich habe auch zahlreiche Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Intoleranzen und damit hat es angefangen, dass ich mich (wenn auch zunächst zwangsläufig) damit beschäftigt habe, was ich überhaupt so zu mir habe. Entsetzt bin ich auch zum Beispiel darüber, wo überall Zucker drin ist, wo es überhaupt nichts drin zu suchen hat.

    Ich persönlich versuche einfach ein vernünftiges Mittelmaß. Ich esse Fleisch, aber eben nicht die günstigste Variante aus dem Discounter, sondern ich gehe direkt an die Fleischtheke und der nette Mensch könnte mir sogar sagen, wo genau das her kommt. Ich ernähre mich nicht super gesund, sondern esse auch mal eine Tiefkühlpizza und mal Pommes und trinke mal Cola. Es kommt für mich auf das Maß an. Das gilt für mich für Pommes und Pizza genauso wie für Fleisch und da bin ich auch gerne bereit für das eine Mal in zwei Wochen auch mehr für eine anständige Qualität zu bezahlen.

    Grundsätzlich denke ich, dass jeder die Ernährungsform für sich finden muss, mit dem es einem gut geht. Man kann nicht alle Menschen über einen Kamm scheren und sagen, dass zum Beispiel Veganismus oder Vegetarismus das Richtige ist.

    Liebe Grüße
    Sarah

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  8. Liebe Sarah,

    bei mir kam die Auseinandersetzung mit Nahrungsmitteln mit meiner Tochter. Da wurde mir auch das erste Mal so richtig bewusst, was für Zusätze in den meisten verarbeiteten Lebensmitteln drin sind. Ich war da auch erst einmal sprachlos. Dann kamen bei mir einige Allergien und ein ganz empfindlicher Magen dazu.

    Und dann sah ich Food,Inc., der Film hat mich so beeindruckt (aber auch Fast Food Nation). Ich habe einen Weg gefunden und bin damit gut unterwegs. Ich esse auch Schokolade, wenn ich darauf Lust habe und bestelle mir auch mal eine Pizza beim Italiener. Das muss manchmal sein. Was geblieben ist, ist das Bewusstsein und damit leider auch die Angst vor bakterieller Verunreinigung der Nahrungsmittel. War ja gerade eben noch in den Nachrichten….

    Herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar.

    Liebe Grüße, Bee

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  9. […] mit Ernährungsthemen, daher habe ich auch schon einiges ausprobiert. Dazu gab es schon einmal einen Post von mir. Erfahrungen konnte ich bereits im Eigentest sammeln zu: Paleo, Low-Fat, Low-Carb, Vegan, […]

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