Das Histogramm zeigt es

Nachdem Workshop 04 ja eine echte Herausforderung war, geht es deutlich entspannter an die Nummer 05 und das Thema RAW-Bilder, das Histogramm und die gute Belichtung.

Was ist ein RAW?

Wir fotografieren jetzt nicht mehr in jpg (zum Glück), sondern wenden uns nun offiziell RAWs zu. Wunderbar, denn jpgs produziere ich schon lange nicht mehr mit der Kamera. Endlich wieder RAW. Ich denke, dass fast jeder, der sich mit der Bildentwicklung beschäftigt RAW zumindest kennt. RAW steht für fotografische Rohdaten, Wikipedia hat natürlich auch dazu etwas zur Info. Ein RAW-Bild hat viel mehr Daten als ein hochauflösendes jpg-Bild. Daher bietet es in der Entwicklung auch deutlich mehr Möglichkeiten.

Vorher und Nachher mit Histogramm

Und jetzt sind wir doch wieder zurück bei Workshop 04, die richtige Belichtung. Diese lässt sich direkt am Histogramm erkennen. Ihr erinnert euch an die Stufen zwischen Schwarz und Weiß, links detailloses Schwarz und rechts detailloses Weiß. Ganz einfach gesagt, je weiter rechts desto mehr Informationen. Doch schlägt das Histogramm rechts an, dann sind wir wieder bei detaillosen Flächen, sprich ausgebranntem Weiß.

Das Histogramm nutzen

Beim Fotografieren nutze ich nach dem gemachten Foto fast immer die Möglichkeit, mir das Histogramm der Kamera zu dem Bild anzeigen zu lassen. Zwar beziehen sich diese Daten auf ein jpg, aber es ergibt schon eine deutliche Aussage.

Auch die Bildentwicklung in Lightroom zeigt zu jedem Bild ein Histogramm, dieses lässt sich über die Regler noch verändern, aber wirklich ausgebrannte Stellen sind tot, da lässt sich nichts retten, daher aufpassen mit der linken und rechten Seite des Histogramms. Dazu aktiviert man die Dreiecke oben an den Ecken des Histogramms, so weiß man, wo ist es zu hell oder zu dunkel bzw das sind die ausgebrannten Flächen. Blau zeigt die schwarzen Flächen, Rot die weißen Flächen.

Sitzt die Belichtung, hat man sehr viele gute Möglichkeiten das Bild zu entwickeln, weil viele Daten vorhanden sind. Das gemachte Bild immer kontrollieren und wenn es nicht sitzt von der Belichtung, nochmal fotografieren – mit besseren Einstellungen!

Birgit zeigt euch wie sie ihre RAWs mit Hilfe des Histogramms bearbeitet.

  1. Deine Freude darüber, endlich wieder RAW-Dateien zu produzieren, kann ich gut verstehen. Seit ich diese Möglichkeit seit nun schon fast 2,5 Jahren habe, nutze ich auch nur noch dieses Dateiformat.

    Ich kriege das Histogramm am Computer auch immer angezeigt… Aber in der Kamera habe ich es noch nie angesehen. Vielleicht mache ich das demnächst mal, aber meist von Ich wohl einfach zu faul 😉

    Liebe Grüße

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    1. Bei mir ist es seit ca 1,5 Jahren so und gerade wenn man seine Bilder entwickelt, dann macht RAW wirklich Sinn. Anfangs habe ich nie auf das Histogramm der Kamera geschaut, aber schon lange nutze ich das, gerade, wenn ich an speziellen Orten bin, wo ich nicht nochmal nachschießen kann 🙂

      Ich gucke gleich in der Kamera, ob es ausgebrannt ist und zoome mir Objekte ran, ob sie auch wirklich scharf sind. So fit bin ich im manuell fokussieren noch nicht.

      Herzliche Grüße, Bee

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  2. Ich muss ehrlich gestehen, ich wüßte nicht mal wo in meiner Kamera ich mir ein Histogramm anzeigen lassen kann geschweige denn ob meine DSLR das überhaupt kann … Ich kann die Dinger auch nicht lesen, mir hat sich nie erschlossen was es mir eigentlich anzeigen will.

    Ich fotografiere zwar auch fast ausschließlich in RAW (oder halt auf Film …), habe mich bis jetzt allerdings nicht dazu überreden können mir Lightroom anzuschaffen – ich konvertiere mit dem RAW-Konverter von Nikon. Gut, ich bin auch eine Flasche was Bildbearbeitung angeht – ich drehe höchstens am Kontrast oder verändere die Belichtung nachträglich, zu mehr reicht es bei mir nicht 🙂

    Liebe Grüße,
    Mirtana

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    1. Wenn es dich interessiert, was das Histogramm so bedeutet, ich hatte in dem letzten Post dazu zwei Links. Es ist ganz interessant und sicherlich auch hilfreich, ich kenne den RAW-Konverter von Nikon nicht, aber ich komme heute ohne Lightroom nicht so wirklich gut zurecht. Ich denke, wenn man es nicht kennt, vermisst man es auch nicht 😉

      Anfangs habe ich LR auch nicht wirklich nutzen können, heute freue ich mich über das, was es mir bietet. Wenn man die Belichtung beherrscht, ist das sehr gut. Ich tippe, da du viel analog fotografierst, da sitzt das Thema Belichtung bei dir. LR oä ist ja kein Muss. Trotzdem ist es auch für Analog-Fotografen interessant, das Zonensystem wurde Ansel Adams erstmalig(?) erwähnt.
      https://www.stephanwiesner.de/blog/richtig-belichten-mit-dem-zonensystem-von-ansel-adams/

      Liebe Grüße, Bee

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  3. Hi,

    das Histogramm wird meist nur sehr selten bewusst eingesetzt. Wie immer gilt aber auch hier, dass man sich nicht zu sklavisch daran halten sollte, denn es gibt auch fotografische Situationen, in denen das Histogramm „Schlimmes“ zeigt aber das Foto bewusst so aussehen soll.

    Generell kommt bei mir nichts anderes als RAW mehr auf die Speicherkarte. Es bietet soviel Potenzial, das nachträglich in der Post-Bearbeitung erschlossen werden kann. Wann immer ich JPG zum Fotografieren eingesetzt habe habe ich mich mindestens 1-2 geärgert, wenn Fotos anschließend nicht mehr wirklich verändert werden konnten.

    Der RAW-Converter von Nikon ist OK aber ich ziehe Camera Raw oder Lightroom eindeutig vor. Pavel Kaplun hat ein sehr gutes RAW-Tutorial herausgegeben, das einmal zeigt, was in diesem Thema steckt.

    Eure Workshops sehen interessant aus und ich werde gerne mal das eine oder andere Thema näher betrachten.

    PS: Gestern war ich im Medienhafen fotografieren – rate mal was. 🙂

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    1. Hi Tobias,

      Sklavisch, nein, das soll es nicht sein. Das Wissen um das Zonensystem im Hinterkopf ist gut, auch wenn man manchmal nicht so drauf achtet. Ich hatte eine Phase mit Überbelichtungen, da war auch viel Ausgebranntes dabei. Weil ich es so wollte 🙂

      Meine Zeit vor Lightroom belief sich auf Bild geraderücken, Kontrast anpasssen, vielleicht eine kleine Lichtkorektur, das wars. LR bietet einem Möglichkeiten, die sind wirklich toll. Wobei PS ja noch mehr bietet, da bin allerdings ein blutiger Anfänger. Pavels Videos habe ich übrigens in der Anfangsphase mit LR gerne geschaut 🙂

      Birgit und ich sind auf ganz unterschiedlichen Leveln fotografisch und es macht uns beiden Spaß, das ist schön. Ein Hobby möchte man ja immer teilen und zusammen ist es einfach schöner.

      Ich tippe mal, dass du den Rheinkomten eingefangen hast? Oder Radfahrer?

      Liebe Grüße, Bee

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  4. seit ich LR CC habe nutze ich auch vorwiegend RAW-dateien – mein LR4 kann nämlich mit den RAWs meiner D7200 nichts anfangen :/ ich muss sagen, dass ich nie den direkten vergleich gezogen habe, aber ich gehe davon aus, dass es schon stimmen wird, wenn alle davon so überzeugt sind ^.^ was ich bei birgit schon über das histogramm geschrieben hab, ist, dass mir für derlei technische details die geduld fehlt. irgendwie schaffe ich es nicht, mich auf soviele verschiedene parameter beim fotografieren zu konzentrieren. allerdings muss ich auch sagen, dass ich mittlerweile weitgehend einen workflow entwickelt habe, wo ich auch noch nicht wirklich den bedarf hatte, diese info noch dazuzunehmen. ich muss irgendwo eine linie ziehen, weil ich sonst vor lauter einstellungsmögilchkeiten den blick auf das motiv verliere. ich bewundere fotografen, die das alles irgendwo im blick haben können und frage mich, wie die das machen.

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    1. Ich denke auch, dass man eine Mischung aus kreativer Entspanntheit und dem Backgroundwissen haben sollte. Ich gehe da auch keinesfalls dogmatisch ran, ich denke wirklich, es im Hinterkopf zu haben ist das Ziel, so dass man irgendwann einfach unbewusst drauf achtet, dass man zB nichts abschneidet, bei manchen Motiven ist das ja ok, bei anderen finde ich es sehr unschön. Ob es ausgebrannte Stellen gibt, kontrolliere ich idR schon an der Kamera, auch die Schärfe, wenn ich manuell fokussiere, weil ich mich über Unschärfe nicht so mag. Mal sehen wo das Buch und die Workshops hingehen, ich bin selbst gespannt.

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      1. das glaub ich. und es macht auf jeden fall sinn, sich soweit auszukennen, dass man einfach aufgrund des eigenen workflows entscheiden kann, welche instrumente man aktiv nutzt und welche nicht zu einem passen. dass man darauf achten sollte nichts abzuschneiden ist auch so eine sache. das passiert mir immer wieder >.<

      2. Genau, es im Hinterkopf zu haben bzw es so im Kopf haben, dass es einfach da ist ohne bewusst daran zu denken. Ich bin gespannt… abschneiden immer wieder gerne, und auch immer wieder bei Makros, ich bin dann so beschäftigt, dass die Schärfe gut sitzt und schon ist es passiert 😉

      3. 😀 wem sagst du das. auch ein grund, warum ich ja gar keine gute berufsfotografin wäre, weil ich einfach nicht so den sinn für den allumfassenden perfektionismus habe. ich kann mich nicht auf 100 details gleichzeitig konzentrieren.

      4. generell bin ich sehr interessiert an Background-Wissen und gerade das Histogramm ist wirklich wichtig in Bezug auf die Bearbeitung. Ich wusste das schon mit dem Exposing to the right. Das ist zwischenzeitlich fest drin bei mir, trotzdem mache ich manchmal Bilder, die sind nicht rechts genug von der Belichtung. Es macht das Bild nicht schlechter, aber grenzt schon ein bisschen ein, wenn man zB Tiefen herausarbeiten möchte. Den nächsten Workshop hab ich noch nicht mal angefangen, manchmal fehlt mir auch die Zeit fürs Studieren 😉

      5. auch wenn es viel um technik geht, ist die kreativität dennoch die zündung des ganzen. ich bin mir sicher, du findest wieder zeit und muße 🙂

      6. Die Kreativität steht immer an erster Stelle und gibt den Weg vor, das sehe ich auch so. Ich verzweifele leider manchmal an den Aufgaben, sie prägen einem die Technik ein und dann sitzt es auch. Gerade die jetzt kommende Aufgabe, ich denke manchmal, ich bin zu dumm um die Aufgabe zu verstehen, vielleicht bin ich auch zu analytisch :/

      7. na da bin ich ja mal gespannt, um welche technik es geht! ich denke nicht, dass es etwas mit zu dumm zu tun hat, aber manche technik lässt sich mit kreativität eben nicht in einklang bringen. das ist finde ich jetzt aber auch nicht super schlimm.

      8. Es ist etwas ganz einfaches, ich lese zwischen den Zeilen… da steht aber nichts :/ ich kompliziere die Aufgabe, bin zu analytisch.

  5. Ich finde es gut, dass wir „gezwungen“ werden uns mal wieder an solche Sachen zu halten, denn es übt ungemein. Wenn man das nicht übt geht es auch nicht in Fleisch und Blut über. Die Zeit des Übens ist nicht immer bequem, aber am Ende ist man meist froh, dass man sich diese Zeit gegönnt hat. Genau dann weiß man auch das Maß um gezielt „falsch“ zu belichten. Wie viele Leute können heute nur im Automatikmodus fotografieren, weil sie gar nicht wissen, was die ganzen Einstellungen bedeuten. Schade um das Potential was ihnen entgeht 😉

    Hobby darf die Birne ruhig ein bisschen fordern. Lernen ist niemals schlecht – intrinsisch ist besonders einfach 😉 Weiter geht es – auch wenn ich viele Dinge schon mal gemacht habe, mache ich sie gerne noch mal – auch wenn ich es vom Prinzip her schon mal gehört habe bin ich froh hier so gefordert zu werden.

    Auf zu Workshop 6 – den finde ich spannend… und wir dürfen es uns ja „gemütlich“ machen 😉

    Herzliche Grüße
    Birgit

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    1. Das ist auch meine Hoffnung, dass es irgendwann im Unterbewusstsein angekommen ist und auch so vom Hirn genutzt wird 🙂 Das Wissen eröffnet ja auch neue Perspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten, das ist das, was mir so gefällt daran. Das Auge für Neues schärfen. Gar nicht so mit dem technischen Hintergedanken, sondern eher im künstlerischen, kreativen Sinne.

      Workshop 06, da muss ich echt schauen, wann ich da die Zeit habe um mich auch hinzusetzen. Die Workshops machen wirklich Spaß, auch wenn ich manchmal fluche. Eine intensive Auseinandersetzung mit einem neuen Thema ist manchmal so emotional bei mir 😉 aber dann hat es sich auch gesetzt…

      Herzliche Grüße, Bee

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